Christel Scharfenort, Leiterin mehrerer Selbsthilfegruppen, erzählt!

Christel Scharfenort erzählt, wie Sie über 115 Kilo abgenommen hat, was ihre Tipps vor und nach der OP sind, warum Dessous für Sie ein Schlüsseleinkauf waren und wie sie 10 Selbsthilfegruppen zum Thema führt.

Sie sind sehr aktiv im Selbsthilfegruppensektor. Wie kam es zu ihrem Engagement?

Ich war lebensgefährlich erkrankt. Ein Arzt hat mir geraten, mein Gewicht mittels Magenballon zu reduzieren. Der Klinik-Arzt vor Ort lehnte jedoch diese Methode bei meinem Gewicht von 170 Kilo ab und meinte, dass radikalere Maßnahmen nötig seien. Während der Antragstellung stand ich alleine da. Ich bin zwar in eine Selbsthilfegruppe gegangen, habe da aber  keine Hilfe, z.B. zur Antragstellung, bekommen.

Schließlich habe ich mich dann zu einer Magenband OP (2005) entschieden und so innerhalb eines Jahres mein Übergewicht halbiert. Von 100 Kilo Übergewicht, auf 50 Kilo Übergewicht, also wog ich noch 120 Kilo.

Durch eine Erkrankung (TIA) musste ich noch mehr Gewicht reduzieren, mit dem Gastric Banding war das jedoch nicht möglich, also rieten mir meine Ärzte zu einem Umbau auf einen Roux-Y-Bypass (2007).  Dadurch habe ich nochmal 58 Kilo verloren.

Seit über 8 Jahren halte ich mein Gewicht ohne große Schwankungen und wiege jetzt 63 Kilo. 

Aus dieser Erfahrung heraus, wie allein und hilflos ich mich in der Vorbereitungsphase gefühlt habe, ist mein Engagement in den Selbsthilfegruppen entstanden. Seit  2005 bin ich ehrenamtlich tätig. Inzwischen leite ich 10 Gruppen, acht davon zum Thema  bariatrische Op bei Adipositas und zwei zum Thema Wiederherstellungsoperation (Who) nach grosser Gewichtsreduktion.

Aus dieser Erfahrung heraus, wie allein und hilflos ich mich in der Vorbereitungsphase gefühlt habe, ist mein Engagement in den Selbsthilfegruppen entstanden.

Sie haben viel Erfahrung mit dem Leben nach der OP, haben Sie ein paar Tricks, die Sie verraten möchten?

Als erstes: Alle großen Töpfe verschwinden lassen! Sonst kocht man der Größe der Töpfe entsprechend und muss dann hinterher zu viel wegwerfen. Das Essen verändert sich, wenn man es stehen lässt in der Konsistenz  – am nächsten Tag ist es für viele Operierte  essbar.

Sie müssen also immer frisch kochen?

Eigentlich schon. An die Frikadellen zum Beispiel mache ich kein Brötchen oder Paniermehl mehr, sondern Bulgur oder Couscous. Das saugt den Fleischsaft auf und dadurch bleiben die Frikadellen locker und ich kann sie am nächsten Tag auch noch genießen. Kartoffeln zum Beispiel esse ich am nächsten nur noch als Röstkartoffeln oder warmen Kartoffelsalat (in Brühe und süß/sauer abgeschmeckt mit Salatkräutern)

Gibt es noch mehr Tricks?

Ich habe mir angewöhnt mein Essen so auf dem Teller anzurichten, dass es besonders appetitlich und nach mehr aussieht. Das ist eine eigene Kunst, hilft mir aber ungemein.

Ich habe mir angewöhnt mein Essen so auf dem Teller anzurichten, dass es besonders appetitlich und nach mehr aussieht.

Was war das Schwerste nach der OP?

Dass ich mir mein Handy stellen musste, damit es mich an meine Mahlzeiten und ans Trinken erinnert. Kein Hunger- und Durstgefühl mehr zu haben, ist sehr gewöhnungsbedürftig.

Was war das Beste nach der OP? Wofür hat es sich gelohnt?

Das Abnehmen. Meine Vorerkrankungen gaben sich sehr schnell verbessert, z B. Mein Blutdruck hat sich stark verbessert, ich brauchte wegen meiner schweren Schlaf-Apnoe kein CPAP-Gerät mehr...

Mit 170 Kilo konnte ich nur 50 Meter gehen - dann brauchte ich einen Stuhl oder ein Bank. Als ich dann immer aktiver wurde, bin ich einmal die Woche schwimmen gegangen. Mein Highlight:  40 Bahnen am Stück – ein Kilometer! Oder der erste Flug zu meiner Tochter. Wenn ich geflogen bin, musste ich die Stewardessen immer nach einer Gurtverlängerung fragen und den Tisch vor mir konnte ich auch nicht runterklappen, also auch nichts essen oder. Als meine Tochter ihr Diplom bestanden hat, bin ich überraschend nach Wien geflogen. Das erste Mal ohne Gurtverlängerung und mit Tisch.

Oder das erste Mal Dessous von der Stange kaufen, das war auch toll für mich.

Was sind die typischen Fragen, die Ihnen in Ihren Selbsthilfegruppen gestellt werden?

Die erste Frage am Telefon ist meistens, wie man sich so eine Gruppe überhaupt vorstellen soll. Ich sage dann, dass wir im Stuhlkreis sitzen, die Hände gefaltet haben und betrübt zu Boden sehen (lacht). Nein, wir sitzen an Tischen.

Das ist eine wichtige Schutzbarriere für die Betroffenen, die sich wegen ihrem Bauchumfang oft unwohl fühlen. Eine Selbsthilfegruppe ist keine todernste Sache. Die Besucher bekommen zwar viele Infos aber wir lachen auch viel. Ich will den Leuten hier die Ängste nehmen. Die meisten werden von ihrer Umwelt genug gehänselt und gemobbt. In unserem Kreis sollen sie das vergessen. Ich sage auch immer: „Nicht erschrecken, die dünne Frau, die vorne sitzt, das bin ich“. Aber wir sind alle gleich. Ich will, dass die Leute sich wohl fühlen und viele Infos über die chronische Krankheit Adipositas bekommen. Sie sollen gut aufgeklärt in die Op gehen und auch wissen, wie man mit der bariatrischen Op umgehen muss.

Sprechen wir über die Zeit nach der OP: Was sind die Sorgen Ihrer Gruppenteilnehmer?

Viele Leute sagen, sie möchten auch so toll abnehmen und so aussehen wie ich. Aber 40-50 Prozent nimmt man nur mit einem Magenband ab und das wird kaum noch eingesetzt wegen der hohen Komplikationsrate. 

Bei den Bypass-Operationen  z. B. ist nicht bekannt wieviel Nährstoffe  durch die Darmverlegung noch aufgenommen wird. 
Man muss, um gut abzunehmen, seine Ernährung komplett umstellen und sich sportlich betätigen. Dann ist noch sehr wichtig, Nahrungsergänzungsmittel der Fachfirmen nehmen, die für uns bariatrisch operierten Patienten hergestellt werden. Ich habe in den vielen Jahren, die ich operiert bin, viele Produkte durchprobiert und meine eigenen Erfahrungen sammeln können. In der Zeit, als ich keine speziellen Nahrungsergänzungsmittel genommen habe, wurden meine Laborwerte immer schlechter, kam in Mangelzustände. Dann wurde ich auf die Produkte von Fachfirmen aufmerksam, habe dann diese genommen und meine Werte wurden immer besser. Deswegen kommt für mich persönlich auch nichts anderes mehr in Frage! 

Meist habe ich bei meinen realen Shg-Treffen einen Chirurgen dabei. Dann können die Teilnehmer medizinische Fragen stellen, das wird sehr gut angenommen. Die meisten Betroffenen sind sehr verunsichert, haben große Schuldgefühle. Aber Adipositas ist eine Krankheit – keine Charakterschwäche. Und es ist eine chronische Krankheit.  

Was sind die Hauptprobleme der Teilnehmer?

Bei vielen entstehen Gewichts-Stillstände beim Abnehmen – das ist frustrierend und verunsichert die Menschen. Aber man nimmt eben nicht kontinuierlich ab. Der Stoffwechsel muss sich erst einmal umstellen. Manchmal liegt es auch am Essverhalten. Eis, Alkohol – die meisten Betroffenen wissen gar nicht wie viele Kalorien darin stecken. Hinter diesen Stillständen verbergen sich teilweise Ernährungsfehler und dass die Leute zu früh anfangen Hochkalorisches zu konsumieren.

Wie gehen die Teilnehmer mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel um und mit der Tatsache, dass sie diese lebenslang einnehmen müssen?

Das wird von den Ärzten offen angesprochen und das weiß jeder. Aber viele behalten ihre Blutwerte nicht im Auge und das ist gefährlich. Dann macht man mal ein paar Wochen oder Monate Pause. Ich sage jedem, dass er bei den Supplementen dranbleiben muss. Viele Mangelerscheinungen bemerkt man ja nicht – zum Beispiel Calcium. Und wenn die Osteoporose da ist, ist es zu spät. Das, was einmal den Knochen und auch Zähnen entzogen wurde, kann so nicht mehr hinzugefügt werden.

Wie haben Sie „Ihre“ Marke gefunden?

Ich habe angefangen mit den Produkten aus der Drogerie. Bei den Kontrollen habe ich aber sehr schnell gesehen, dass meine Blutwerte sich immer weiter verschlechtert haben. Da war klar: das ist nicht das richtige.

Dann habe ich recherchiert und mich mit den Firmen beschäftigt, die sich auf die Bedürfnisse von uns Operierten spezialisiert haben. Da habe ich Alle durchprobiert.

Wie sind Sie zu Bariatric Advantage gekommen und warum sind Sie heute davon überzeugt?

Die Produkte haben eine hohe Qualität, dazu kommt, dass ich hier eine vielfältige Auswahl habe sowohl beim Geschmack wie bei der Darreichungsform. Ich mag nicht jeden Tag die gleiche Tablette nehmen. Bei bariatric advantage ist die Produktrange so breit, dass ich viele Alternativen habe. Dazu führen die immer wieder neue Geschmacksrichtungen ein. Zuletzt Calcium mit Pfirsich-Mango-Geschmack. Das mag ich zurzeit am liebsten.

Der Kundenservice ist für mich optimal, werde immer gut beraten, meine Gruppen werden immer wieder mit Probenmaterial und Infos versorgt. 

Jetzt in der Corona-Zeit machen wir nur wöchentliche Online-Adipositas-Shg, die Aussendienstmitarbeiterin steht uns immer wieder Online zur Verfügung mit Themenabenden aber auch mit direkten Fragen, die gestellt werden.

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