Alles über eine Magenverkleinerung
Ihr Leben nach einer Magenverkleinerung – und alles, was Sie vorher wissen sollten
Eine Magenverkleinerung ist eine wohlüberlegte Entscheidung. Wie bei jedem größeren Eingriff sollten Sie sich vorher umfassend informieren.
Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf folgende Fragen:
- Welche Auswirkungen hat eine Magenverkleinerung auf Ihr tägliches Leben?
- Welche Risiken hat eine Magenverkleinerung?
- Wo finden Sie Hilfe und Unterstützung nach einer Magenverkleinerung?
- Welche Arten von Magenoperationen gibt es?
- Wie verläuft die Genesung nach einer Magenverkleinerung?
- Was sind die Vor- und Nachteile einer Magenverkleinerung?
1. Welche Auswirkungen hat eine Magenverkleinerung auf Ihr tägliches Leben?
Ein neuer Lebensstil
Nach einer Magenverkleinerung verändert sich Ihr Alltag in vielerlei Hinsicht. Viele Menschen empfinden den Eingriff als Neuanfang – verbunden mit Chancen, aber auch mit Herausforderungen.
- Gesunde Routine
Die größte Veränderung betrifft Ihre Essgewohnheiten. Mahlzeiten werden kleiner und häufiger: Sie essen langsamer, kauen gründlicher und entscheiden sich bewusster für nährstoffreiche Lebensmittel mit viel Eiweiß, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Diese gesunden Mahlzeiten ergänzen Sie mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln, damit Ihr Körper stets ausreichend versorgt ist. Außerdem sollten Sie regelmäßig Ihr Blut auf mögliche Mängel kontrollieren lassen, um rechtzeitig reagieren zu können. - Mehr Energie und Lebensfreude
Da Ihr Körper nach einer gewissen Zeit weniger durch Übergewicht belastet ist, fühlen Sie sich leichter, aktiver und vitaler. Bewegung fällt Ihnen wieder leichter, und Aktivitäten wie Treppensteigen, Spazierengehen oder Sport machen wieder Freude. Mit regelmäßiger Bewegung können Sie zudem Ihr Gewicht stabilisieren und Muskelmasse aufbauen. - Positives Selbstbild
Die körperliche Veränderung führt bei vielen zu mehr Selbstvertrauen. Kleidung einkaufen, auf Fotos stehen oder soziale Kontakte sind weniger mit Stress verbunden und machen wieder Spaß. Anfangs müssen Sie sich allerdings mental an Ihren neuen Körper gewöhnen. Ziehen Sie bei Bedarf auch psychologische oder emotionale Unterstützung in Betracht.
Sind Sie neugierig, was Sie nach einer Magenverkleinerung erwartet? Lesen Sie diesen Artikel, um optimal auf Ihr neues Leben vorbereitet zu sein.
Ein neues Essverhalten
Da bewusstes Essen nach einer Magenoperation eine zentrale Rolle spielt, lohnt sich ein genauerer Blick darauf.
Nach der Operation beginnen Sie zunächst mit flüssiger Nahrung. Schritt für Schritt stellen Sie dann auf normale Mahlzeiten um – allerdings mit neuen Regeln: Kleine Portionen, langsames Essen und gründliches Kauen werden zum Standard. Eiweiß ist wichtiger denn je, da es hilft, Muskelmasse zu erhalten und die Heilung unterstützt. Wählen Sie magere Eiweißquellen wie Fisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte. Fette sollten Sie einschränken und Zucker möglichst vermeiden, um Beschwerden wie Dumping zu verhindern. Auch ausreichend Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten ist wichtig – jedoch nicht während des Essens. Ansonsten wird Ihr Magen zu schnell voll und die Nahrung zu schnell ausgespült. Die Folge: Übelkeit, schneller Hunger und ein erhöhtes Risiko für Dumping.
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg nach Ihrer Operation. Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Ernährungsberaters und entwickeln Sie neue Gewohnheiten, die zu Ihrem Körper und Ihrem Lebensstil passen.
Auf der Suche nach Inspiration für schmackhafte, ausgewogene Gerichte? Werfen Sie einen Blick auf unsere Rezeptseite mit Ideen für Ihr neues Leben.
Nahrungsergänzungsmittel – eine notwendige Ergänzung
Nach einer Magenverkleinerung können Sie weniger essen, und auch die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß ist eingeschränkt. Das gilt sowohl für die Sleeve-Operation als auch für den Magenbypass. Ein Mangel ist deshalb nahezu unvermeidlich. Um Defizite auszugleichen und Ihr Wohlbefinden zu sichern, wird eine lebenslange Einnahme empfohlen. Normale Multivitamine aus der Drogerie sind zwar günstig, reichen für Sie jedoch nicht aus: Sie sind meist zu niedrig dosiert und werden nach einer Magenverkleinerung nicht richtig aufgenommen.
Warum sind Nahrungsergänzungsmittel so wichtig? Worauf sollten Sie beim Kauf achten? Wir haben dies übersichtlich für Sie zusammengefasst!
2. Welche Risiken hat eine Magenverkleinerung?
Nährstoffmängel
Das Risiko für Mangelerscheinungen ist ohne Nahrungsergänzungsmittel sehr hoch. Viele Menschen beginnen nach der Operation mit Supplementen, setzen sie jedoch später wieder ab, weil sie sich „doch gut fühlen“. Genau das ist ein Irrtum: Sie fühlen sich nur deshalb gut, weil Ihr Körper ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird. Wenn Sie damit aufhören, entwickeln sich Mängel schleichend wieder.
Wie erkennen Sie einen Mangel? Und welche Folgen hat er? Das erfahren Sie hier:
Weitere Risiken auf kurze und lange Sicht
Eine Magenverkleinerung bringt viele Vorteile, aber auch gewisse Risiken und mögliche Nebenwirkungen. Dazu gehören:
- Chirurgische Komplikationen: Wie bei jeder Operation können auch bei einem Magen-Eingriff Komplikationen auftreten. Ihr Arzt wird diese vorher mit Ihnen besprechen.
- Schmerzen: In den Wochen nach Ihrer Operation muss Ihr Körper heilen. Sie können in dieser Zeit unter Schmerzen und Müdigkeit leiden.
- Haarausfall: Viele Menschen bemerken einige Monate nach der Operation, dass ihre Haare ausfallen. Dies kann durch den Stress, die Belastung der Operation oder durch Nährstoffmängel verursacht werden. Lesen Sie mehr über Haarausfall >>
- Dumpingsyndrom: Nach einer Magenoperation arbeitet Ihr Magen anders, und das müssen Sie berücksichtigen. Wenn Sie zu schnell essen oder fettreiche bzw. zuckerhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, können Übelkeit oder Schwindel auftreten – das sogenannte Dumpingsyndrom. Mehr darüber und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier >>
- Psychische Herausforderungen: Veränderungen im Körperbild, im Essverhalten und in der Identität können belastend sein. Manche Menschen erleben nach der Operation Stress, Traurigkeit oder Unsicherheit – vor allem, wenn Essen zuvor als emotionale Unterstützung diente. Zum Glück gibt es in Deutschland viele Selbsthilfegruppen, in denen Sie Unterstützung von Gleichgesinnten finden, die genau wissen, was Sie durchmachen. Selbsthilfegruppe finden >>
- Schwangerschaft: Schwanger zu werden im ersten Jahr nach der Magenverkleinerung kann riskant sein, da Sie in dieser Zeit schnell abnehmen und Ihr Körper sich noch erholt. Nach einer stabilen Gewichtsphase ist eine Schwangerschaft möglich, allerdings sollten Sie auf einige Punkte achten. Wir haben diese für Sie aufgelistet >>
Es gibt also durchaus Risiken bei einer Magenverkleinerung, diese können jedoch durch professionelle Begleitung, gesunde Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sowie die Einnahme der richtigen Nahrungsergänzungsmittel größtenteils reduziert werden.
Mehr Tipps und Tricks zum Umgang mit den Folgen einer Magenverkleinerung finden Sie hier:
3. Wo finden Sie Hilfe und Unterstützung nach einer Magenverkleinerung?
Eine Magenoperation ist ein großer Schritt. Unterstützung erhalten Sie nicht nur von Familie und Freunden, sondern es gibt auch zahlreiche Selbsthilfegruppen, die einen enormen Mehrwert bieten.
Selbsthilfegruppen sind eine wertvolle Unterstützung für Menschen nach einer Magenverkleinerung. Sie bieten Verständnis, Austausch und einen Ort, an dem Erfahrungen offen geteilt werden können. In diesen Gruppen treffen Sie auf Gleichgesinnte, die denselben Weg gehen – das schafft gegenseitige Unterstützung, praktische Tipps und langfristige Motivation. Besonders bei Herausforderungen wie veränderten Essgewohnheiten, emotionalem Essen oder psychischen Schwankungen können Selbsthilfegruppen eine große Hilfe sein.
Sie sind eine Ergänzung zur medizinischen Betreuung und helfen zu verhindern, dass Sie sich im Prozess alleine fühlen. Ob Sie frisch operiert sind oder schon Jahre später – eine Selbsthilfegruppe kann Ihnen helfen, auf Kurs zu bleiben und sowohl körperlich als auch mental gestärkt durchs Leben zu gehen.
Auch auf dem Bariatric Advantage Blog finden Sie verschiedene Erfahrungsberichte von Menschen, die eine Magenoperation hinter sich haben. Wir hoffen, dass ihre Geschichten Sie inspirieren und unterstützen.
4. Welche Arten von Magenoperationen gibt es?
Nicht jede Magenverkleinerung ist gleich. Es gibt verschiedene Eingriffe, die man in zwei Kategorien unterteilen kann:
- Bei der ersten Variante wird der Magen verkleinert, wie bei dem Schlauchmagen oder dem Magenband. Der verkleinerte Magen sorgt dafür, dass Sie weniger essen können und schneller satt werden.
- Bei der zweiten Variante wird der Magen verkleinert und der Darm umgeleitet, wie beim (Mini) Gastric Bypass. Dadurch nehmen Sie zusätzlich weniger Kalorien im Dünndarm auf.
Der am häufigsten durchgeführte Eingriff ist der Gastric Bypass, gefolgt von dem Schlauchmagen.
Möchten Sie mehr über die verschiedenen Techniken und ihre Vor- und Nachteile erfahren?
5. Wie verläuft die Genesung nach einer Magenverkleinerung?
Der Heilungsprozess nach einer Operation verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich, dauert im Durchschnitt jedoch etwa 3 bis 6 Wochen.
In den ersten Wochen nach dem Eingriff werden Sie sich wahrscheinlich müde fühlen. Das liegt nicht nur an der Operation und der Narkose, sondern auch daran, dass Sie deutlich weniger essen können. Ihr Körper zeigt Ihnen selbst, wann er sich erholt hat. Während sich manche sehr schnell wieder fit fühlen, benötigen andere etwas mehr Zeit. Hören Sie deshalb gut auf Ihren Körper und auf die Ratschläge Ihres Chirurgen oder Arztes.
In unserem Blog skizzieren wir ein umfassendes mögliches Bild des Genesungsprozesses nach einer Magenverkleinerung.
6. Was sind die Vor- und Nachteile einer Magenverkleinerung?
Es ist mittlerweile klar: Eine Magenverkleinerung ist eine wohlüberlegte Entscheidung. Es ist wichtig, dass Sie ausreichend über die Vor- und Nachteile informiert sind.
Eine Magenverkleinerung bringt viele Vorteile: Neben der Gewichtsabnahme kann sie auch gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Adipositas verbessern, wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Schlafapnoe. Unterschätzen Sie jedoch die möglichen Nachteile nicht.
Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Hausarzt, Chirurgen, Ernährungsberater oder Apotheker. Einige Kliniken organisieren auch Informationsveranstaltungen, bei denen Sie weitere Details erhalten können.
Möchten Sie die Vor- und Nachteile noch einmal in Ruhe abwägen? Sie finden sie hier:
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg und unterstützen Sie gerne mit unserer Expertise.